Zubau an einen alten Streckhof in Markt St. Martin

Der bestehende, typisch burgenländische und über 100 Jahre alte Streckhof („´s Hoidawingl“- ehemals Haus und Grund eines Esterházyschen Schweinehirten), hat trotz diverser Zubauten und Renovierungen die Originalität besonders auf der Nordost- und Südostseite erhalten. Die heutigen Eigentümer - eine Familie, die vor Jahren von Wien aus botanischem Interesse und aus Liebe zu diesem Land und seinen Bewohnern nach Markt St. Martin gezogen ist, schätzen das Haus vor allem auf Grund der atmosphärischen Qualitäten. Dennoch konnte das Haus die Wohnbedürfnisse seiner Bewohner nicht mehr zur Gänze erfüllen. Es fehlte, vor allem während der dunklen Wintermonate, ein großer lichtdurchfluteter Raum.
Im Zuge der Planung wurden mehrere Varianten für einen Zubau entwickelt und diskutiert. Die ausgeführte Lösung sieht nun einen L- förmigen, ebenerdigen Zubau auf der Westseite vor. Der neue Wohnraum, ergänzt durch eine Küche mit Essplatz und einem offenen Kamin, steht dabei im rechten Winkel zum Altbestand. Diese Richtungsänderung ermöglicht die direkte Sonneneinstrahlung über eine große südwestseitige Verglasung sowie differenzierte Ausblicke in den privaten Garten.

Der Zubau ist in seiner Maßstäblichkeit dem Streckhof angepasst und dabei möglichst niedrig. Die verwendeten Materialien - verputztes Mauerwerk, massiver Akazienholzboden, Schafwolle als Wärmedämmung, Kalksandstein aus St. Margarethen sowie das Holz für die Dachkonstruktion und für die Fenster - stammen aus regionalen Quellen und werden analog dem Bestand eingesetzt, allerdings in einer zeitgemäßen Ausführung bar jeder Sentimentalität. Alt und Neu werden als Ergänzung und nicht als Gegensatz verstanden; jeder einzelne Teil wird in seiner Art respektiert und stellt damit einen Bezug von der Vergangenheit zur Gegenwart her. Wolfgang Mistelbauer bezeichnete Ende der sechziger Jahre Gebäude als Einlösungen des Traums von der Zeitmaschine.

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Haus Rosenstrasse
Markt St. Martin

Projektbeschreibung